Ein Champion zieht weiter

Von der ersten Stunde bis nach München – und warum hinter jedem Titel mehr steckt, als man im Ring sieht.

Es gibt Momente im Trainerleben, da mischt sich Stolz mit einer gewissen Wehmut. Heute ist so ein Moment. Yannick, der als Sechsjähriger zum Kinder-Kickboxen ins Mekong Box Gym kam und über die Jahre zu einem starken Boxer herangewachsen ist, schlägt ein neues Kapitel auf. Er wird sein Training künftig in einem anderen Gym in München fortsetzen.

Sechs Jahre. Vom Stöpsel, der kaum über die Pratzen schauen konnte, bis zum Boxer, der sich seine Titel verdient hat. Mit zwölf wechselte er vom Kickboxen ins Boxen – und ab diesem Punkt ging es Schlag auf Schlag. Dieser Weg war lang, und er war nicht immer einfach. Aber er war es wert.

Erfolg ist Teamarbeit – so funktioniert das Mekong Gym

Wenn ein junger Boxer Titel holt, dann jubelt das Publikum dem Kämpfer zu. Das ist richtig so. Aber hinter jedem Erfolg steht ein System – und das funktioniert bei uns im Mekong Gym nach einem klaren Prinzip: Thomy baut Trainer auf, und die Trainer bringen die Kämpfer nach vorne.

Thomas Wiedemann hat als Gründer und Inhaber des Gyms über die Jahre nicht nur ein Studio aufgebaut, sondern auch ein Trainer-System. Er hat seine Leute geformt, ihnen sein Wissen weitergegeben und ihnen früh die Verantwortung übertragen, junge Talente auf Wettkampfniveau zu führen. So entsteht Breite, so entsteht Qualität – und so funktioniert nachhaltige Nachwuchsarbeit.

Yannicks Weg ist das beste Beispiel dafür. Er wurde von Trainern begleitet, die selbst im Mekong Gym gewachsen sind, die ihr Handwerk hier gelernt haben und die sich an unzähligen Wochenenden in stickige Turnhallen gestellt haben – am Ringrand, an den Pratzen, als Coach und als Bezugsperson. Alles ehrenamtlich, alles aus Überzeugung. Ohne dieses Team wäre dieser Weg nicht möglich gewesen.

Was niemand sieht: Das Investment hinter den Kulissen

Viele sehen den Kampf im Ring. Wenige sehen den Weg dorthin. Und fast niemand sieht die Kosten, die ein Studio trägt, um junge Talente auf die Wettkampf Bühne zu bringen. Wir möchten diesen Moment nutzen, um einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen zu gewähren – nicht um uns zu beklagen, sondern weil es an der Zeit ist, dass das mal gesagt wird.

Die Finanzierung. Meisterschaften kosten Geld. Startgebühren, laufende Verbandsabgaben, Ausrüstung. Bei uns läuft das so: Das Studio zahlt. Komplett. Kein Elternteil, kein Schützling bekommt jemals eine Rechnung. Das ist ein bewusstes Investment in die Jugend, das wir gerne tätigen – das aber auch erst einmal erwirtschaftet werden muss.

Die Logistik. Unzählige Wochenenden in Turnhallen quer durch die Region. Fahrten organisiert, Spritgeld bezahlt, den gesamten Papierkrieg mit den Verbänden erledigt: Boxpass-Verlängerungen, ärztliche Untersuchungen koordiniert, Anmeldungen, Formulare, Fristen. Das alles geschieht im Hintergrund, und das alles kostet nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit und Nerven.

Das Herzblut. Sonderschichten an den Pratzen. Frühmorgens, spätabends, auch mal am Wochenende. Gespräche nach schweren Kämpfen, Aufbauarbeit nach Niederlagen, das stille Dabeisein in den Höhen und Tiefen einer jungen Sportlerkarriere. Das lässt sich nicht in Euro beziffern, aber es ist vielleicht der wertvollste Teil.

Weiterziehen gehört dazu

Manchmal gehen Wege auseinander. Nicht immer aus den besten Gründen, nicht immer schmerzfrei. Aber es ist nicht unser Stil, nachtragend zu sein. Im Gegenteil. Yannick hat sich entschieden, und Entscheidungen gilt es zu respektieren.

Was bleibt: Sechs Jahre gemeinsamer Weg. Titel, die er sich verdient hat. Ein boxerisches Fundament, das hier gelegt wurde – von einem Team, das an ihn geglaubt hat. Das sind Dinge, die einem keiner nehmen kann.

Alles Gute, Yannick

Wir wünschen dir für deinen neuen Weg nur das Beste – sportlich und persönlich.