Wir sind ein Box- und Thaiboxgym. Das steht über der Tür und das prägt, was wir tun. Aber zu unserem Haus gehört seit Jahren auch die Mattenarbeit – über unser MMA-Training, über Peter Angerer, der bei uns den MMA-Bereich verantwortet und Mekong als seine Heimat versteht. Am 5. Juli bringt er mit MatGuerilla genau das zu uns, wofür diese Halle seit 1995 steht: ehrliches Training, das einen weiterbringt. Diesmal als Wettkampf.
Und wir sind stolz, Gastgeber zu sein.
Worum es geht – und worum nicht
Das MatGuerilla Interclub Grappling I ist kein aufgeblasenes Show-Event. Keine künstlichen Titel, kein einzelner Kampf, nach dem man wieder einpacken muss. Es ist ein Turnier in dem alten, klaren Sinn: Kämpfer gehen auf die Matte, messen sich, machen Fehler, lernen daraus – und verlassen die Halle besser, als sie gekommen sind. So wurde Kampferfahrung immer gesammelt. Nicht über YouTube, nicht in der Diskussion. Sondern im Kampf.
Eingeladen sind Newcomer, Beginner, Intermediate und Professionals ausgewählter Schulen. Das hält das Feld kontrolliert, sportlich sinnvoll und überschaubar. Kein offenes Massenturnier, sondern ein Interclub-Format mit klar eingeladenen Teams, einem gemeinsamen Verständnis von Training und einem Regelwerk, das den Kampf in den Mittelpunkt stellt – nicht das Punktesammeln.
Wer auf unsere Matten kommt
Startberechtigt sind ausschließlich Sportler der eingeladenen Schulen. Mit dabei sind neben uns das 89 MMA Neu-Ulm, VI Unlimited Ulm, FKT Ulm, das German Top Team aus Reutlingen, Herrenberg, Sindelfingen und Leipzig (Samurai Fight Team), Grapple & Move Freiberg, das Kampfsportzentrum Wernau, die Arena Aschaffenburg, Total Combat Thannberg, Luiz Palhares Jiu-Jitsu / Alpen BJJ, der Budokeller Bonlanden, Alpha Fighters Grünsfeld und der 5Rules Fight Club Würzburg.
Das ist ein starkes Feld. Hier treffen Schulen aufeinander, die im süddeutschen Raum und in der deutschen Grappling- und MMA-Szene echte Arbeit leisten. Verschiedene Räume, verschiedene Trainer, verschiedene Stile – aber dieselbe Grundhaltung: auf die Matte gehen, kämpfen, lernen. Genau das macht ein Interclub-Turnier wertvoll. Dass es bei uns stattfindet, freut uns.
Gi und No-Gi: zwei Welten, eine Matte
Gekämpft wird in zwei Disziplinen – mit Gi im Jiu-Jitsu und ohne Gi im Luta Livre/Grappling. Wer im Gi arbeitet, muss mit Griffen, Kontrolle und klassischem Jiu-Jitsu umgehen. Wer No-Gi kämpft, braucht saubere Underhooks, Druck, Ringerverständnis, Scrambles und schnelle Submissions. Beide Welten an einem Tag – eine gute Gelegenheit, sich in beiden zu testen.
Das Regelwerk: Submission-Only
Die Kampfzeit beträgt in allen Klassen fünf Minuten. Das Regelwerk ist kompromisslos einfach: Submission-Only. Keine Punkte. Keine Vorteile. Kein taktisches Verwalten einer knappen Führung. Entschieden wird durch Aufgabe, Disqualifikation oder – wenn nötig – nach Verlängerung durch den Kampfleiter.
Das ist der richtige Ansatz für ein Turnier, in dem wirklich gelernt werden soll. Wer nur Punkte sammelt und blockiert, lernt wenig über den echten Kampf. Wer submitten muss, lernt Kontrolle, Übergänge, Druck und Risiko. Der Sportler muss aktiv bleiben. Muss arbeiten. Muss einen Weg zum Finish suchen.
Sudden Death aus der Backmount
Fällt nach den fünf Minuten keine Submission, geht es in den Sudden Death. Wegen der erwarteten hohen Zahl an Kämpfen gibt es nur eine Verlängerung von insgesamt zwei Minuten: Jeder Athlet startet einmal für eine Minute aus der Backmount.
Das ist brutal ehrlich. Wer den Rücken kontrollieren kann, bekommt seine Chance. Wer verteidigt, muss zeigen, dass er unter Druck ruhig bleibt. Fällt auch hier keine Aufgabe, entscheidet der Kampfleiter. Gerade für junge Kämpfer ist dieses Format Gold wert – Backmount ist eine der wichtigsten Positionen im Grappling. Wer dort stark ist, gewinnt. Wer dort schwach ist, wird sichtbar.
Klassen: fair nach Erfahrung eingeteilt
Im Jiu-Jitsu wird nach Gürtelfarben unterschieden. Im Luta Livre und Grappling gelten klare Erfahrungsstufen: Newcomer trainieren weniger als sechs Monate und tragen keinen Blaugurt. Beginner liegen zwischen sechs und 24 Monaten. Intermediate-Kämpfer haben zwei bis fünf Jahre Erfahrung und/oder Blau- bis Violettgurt. Professionals haben mehr als fünf Jahre Erfahrung und/oder Braun- bis Schwarzgurt.
Diese Einteilung sorgt dafür, dass Anfänger nicht verheizt werden und Erfahrene trotzdem gefordert sind. Klassen mit drei oder weniger Teilnehmern werden mit der nächsten zusammengelegt – denn das Ziel ist nicht, dass jeder ohne echten Kampf eine Medaille bekommt. Das Ziel ist, dass gekämpft wird. Viele Kämpfe. Echte Kämpfe.
Hart, aber sicher: verbotene Techniken
Submission-Only heißt nicht regellos. Verboten sind unter anderem Heelhooks, Biceps-Crusher, Calf-Slicer, Leg-Scissor-Takedowns, Suplex-Würfe, Slamming, Guard Jump, Würfe auf Kopf oder Nacken, Hebel auf Finger oder Zehen, Griffe an Kehlkopf, Ohren, Nase, Augen oder Mund sowie Schläge und Tritte jeder Art.
Das ist uns wichtig – und passt zu dem, wofür wir stehen: Ein Turnier soll hart sein, aber nicht dumm. Gerade bei Newcomern und Beginnern steht die Entwicklung im Vordergrund. Wer heute sauber Erfahrung sammelt, kann morgen auf größeren Bühnen bestehen. Wer unnötig verletzt wird, verliert Wochen im Training. Härte braucht Regeln – sonst ist es keine Härte, sondern Chaos.
Ablauf und Organisation
Gewogen wird am Kampftag zwischen 12:00 und 12:45 Uhr. Die Brackets erscheinen am Vorabend. Jeder Sportler sollte seine Kampf- und Klassenzeiten regelmäßig über das Handy prüfen, da sie in Echtzeit aktualisiert werden – im Browser immer wieder neu laden.
Wer aufgerufen wird, muss kampfbereit an der Fläche stehen. Wer fehlt, wird disqualifiziert. Das klingt hart, ist aber nötig: Ein Turnier läuft nur sauber, wenn alle diszipliniert mitarbeiten. Geplant sind mindestens zwei, bei Bedarf drei Kampfflächen – damit der Tag zügig durchläuft und alle ihre Kämpfe bekommen, ohne dass der Sonntagabend draufgeht.
Medaillen und Sonderpokale
Alle Platzierten bekommen eine Medaille. Dazu gibt es Sonderpokale für den Besten Techniker, das Beste Finish und den Samurai Spirit Award. Gerade die Sonderwertungen passen zum Geist des Tages: Nicht nur der erste Platz zählt. Ein sauberer Armbar, ein starker Backtake, ein mutiger Kampf gegen einen schwereren oder erfahreneren Gegner – all das formt einen Kampfsportler. Der Samurai Spirit Award steht für das, was in jeder echten Kampfkunst zählt: Haltung, Mut, Respekt und Kampfgeist.
Warum es sich lohnt, zu starten
Wer besser werden will, braucht Kämpfe. Kein Coach, kein Video, kein Seminar und keine lockere Runde im Training ersetzt den Druck eines echten Wettkampfs. Wenn der Gegner nicht mitspielt, der Puls hochgeht, die Unterarme brennen und der Kopf trotzdem klar bleiben muss – erst dann zeigt sich, was wirklich sitzt.
Für Newcomer ist es der ideale Einstieg. Für Beginner der nächste Schritt. Für Intermediate ein wichtiger Test. Für Professionals Matchpraxis und Verantwortung. Und für Coaches eine ehrliche Bestandsaufnahme ihrer Athleten. Wer später bei ADCC, Shooto Grappling, DGL, NAGA oder IBJJF No-Gi bestehen will, braucht genau solche Tage. Nicht einmal – immer wieder.
Anmeldung
Die Anmeldung läuft ausschließlich über Smoothcomp. Wichtig: die korrekte Schule angeben. Wer aus einer der eingeladenen Schulen kommt, sollte diese Chance nutzen – solche Formate sind selten geworden, aber für die Entwicklung eines Kämpfers oft wertvoller als ein großes Turnier mit teurem Startgeld und wenig Mattenzeit.
Zur Anmeldung: kakutogi.smoothcomp.com/en/event/32013
Fakten kurz
Event: MatGuerilla Interclub Grappling I
Datum: Sonntag, 5. Juli 2026
Ort: Mekong Box Gym, Memmingerstraße 52/1, 89231 Neu-Ulm
Disziplinen: Jiu-Jitsu mit Gi, Luta Livre/Grappling ohne Gi
Regelwerk: Submission-Only
Kampfzeit: 5 Minuten
Verlängerung: 2 Minuten Sudden Death aus der Backmount (je Kämpfer 1 Minute)
Waage: 12:00 – 12:45 Uhr
Kampfflächen: mindestens 2, bei Bedarf 3
Teilnahme: nur für Kämpfer der eingeladenen Schulen
Anmeldung: ausschließlich über Smoothcomp
Awards: Medaillen für Platzierte, Sonderpokale für Bester Techniker, Bestes Finish, Samurai Spirit Award
Organisiert von MatGuerilla (Peter Angerer). Gastgeber: Mekong Box Gym Neu-Ulm.
Stark im Körper, klar im Kopf, echt im Charakter – seit 1995.